"Himmlisches Jerusalem" im Kochertal

Kloster Großcomburg

Goldener Schwung aus einer Hand

Barocke Ausstattung

Mit scharfen Augen entdecken Sie sie: Vier merkwürdige Wesen mit Flügeln umschweben die Christusfigur. Es sind die Symbole der vier Evangelisten, für Markus ein Löwe, für Lukas ein Stier, für Johannes ein Adler und für Matthäus ein Engel.

Hochaltar in der Stiftskirche St. Nikolaus, Großcomburg; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Sven Grenzemann

Hochalter mit besonderem Baldachin.

Altäre glänzen um die Wette

Für die Neuausstattung der großen katholischen Stiftskirche brauchte es mehrere Altäre: Der wichtigste war der Hochaltar im Chor. Der Bildhauer Balthasar Esterbauer entwarf für den Hochaltar einen barocken Baldachin, der fast über den Altarfiguren zu schweben scheint. Dazu kamen die Altäre in den Seitenschiffen. Weil er sich auf weißen Alabaster, steinfarben bemaltes Holz und vor allem Gold beschränkte, macht die Ausstattung der Kirche den Eindruck großer Einheitlichkeit.

Die Kanzel erzählt Geschichten

Die Kanzel mit ihren vielen Figuren und Reliefs steckt voller biblischer Geschichten und frommer barocker Anspielungen, die heute kaum noch ohne Anleitung verstanden werden. Auf dem Kanzeldeckel schleudert Christus wie ein antiker Zeus Blitze gegen die Sünde, dargestellt durch schöne junge Frauen als die sieben Todsünden. Am leichtesten zu erkennen ist die Sünde der Eitelkeit oder Hoffart, begleitet von einem Pfau und ganz darauf konzentriert, sich selbst im Spiegel zu bewundern.

Schalldeckel der Kanzel in der Stiftskirche St. Nikolaus, nach 1713, Großcomburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Der Künstler arbeitete termingerecht.

Der Künstler

Die Einrichtung der barocken Stiftskirche lag in der Hand des Würzburger Bildhauers Balthasar Esterbauer (1672–1728). Er war nicht nur für die Altäre, die Kanzel und das Chorgestühl verantwortlich, sondern lieferte auch das Orgelgehäuse, die großen Steinkapitelle, die das Gewölbe tragen, und die weiblichen Figuren über den Portalen. Alles entstand in der Werkstatt des Bildhauers, der eng mit dem Architekten Joseph Greising zusammenarbeitete, und war zur Weihe der Kirche 1715 fertig gestellt.

Die Schnitzfiguren „Eitelkeit“ und „Unkeuschheit“ am Schalldeckel der Kanzel.

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