"Himmlisches Jerusalem" im Kochertal

Kloster Großcomburg

Prinzenwohnung weitab von Stuttgart

Die Comburg als

Schloss

Für kurze Zeit wohnte ein württembergischer Prinz auf der Großcomburg: Von 1807 bis 1810 diente das einstige Kloster Paul von Württemberg (1785–1852), einem Sohn von König Friedrich I., als Wohnung. Die Comburg war nur eine Station des Prinzen zwischen Russland und Paris.

Porträt Prinz Paul von Württemberg; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Paul von Württemberg auf der Seite des Feindes.

Krach in der Königsfamilie

Paul von Württemberg und seine Gemahlin Charlotte von Sachsen-Hildburghausen residierten hier in der ländlichen Abgeschiedenheit, weit weg von der Hauptstadt Stuttgart. Während sein Vater Friedrich mit Napoleon Bündnisse einging, stand Prinz Paul auf der Seite der Gegner Frankreichs: Da war kaum Familienharmonie möglich. Für wenige Jahre versöhnte sich Paul mit dem Vater, der 1806 zum König aufgestiegen war. Als Württemberg 1812 den Russlandfeldzug Napoleons mitmachen musste, verweigerte sich der Prinz.

Außenansicht des Vergellbau des Klosters Großcomburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Nur ein kurzer Aufenthalt auf der Comburg.

Kurzes Gastspiel in Württemberg

In Württemberg und auf der Comburg blieben der Prinz und seine Frau Charlotte nur für kurze Zeit. 1813 trat er in die Dienste des russischen Zaren Alexander I. und beteiligte sich an den Befreiungskriegen. Von 1817 bis zu seinem Tod im Jahr 1852 lebte Prinz Paul in Paris. 1818 trennte er sich von seiner Frau. Die Ehescheidung wurde jedoch vom württembergischen König abgelehnt.

Am Ende der Übertritt zum Katholizismus

Seit 1813 waren die Beziehungen von Prinz Paul zu seinem Vater und nach dessen Tod im Jahre 1816 zu seinem Bruder, dem König Wilhelm I. von Württemberg, sehr angespannt. Als Prinz des königlichen Hauses war Paul Mitglied der Ersten Kammer des württembergischen Landtags, an deren Sitzungen er von 1822 bis 1847 teilnahm. Wenige Monate vor seinem Tod trat er zum katholischen Glauben über. Sein Grab befindet sich in der katholischen Abteilung der Gruft in der Ludwigsburger Schlosskirche.

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