„Himmlisches Jerusalem“ im Kochertal

Kloster Grosscomburg

Die Comburg, Aquarell von Johann Friedrich Reik aus dem Jahre 1887, Bild als Dauerleihgabe des Landesmuseums Stuttgart im Hällisch Fränkischen Museum; Foto: Landesmuseum Württemberg
Genauer Blick und liebevolles Detail

Johann Friedrich Reik

Der Zeichenlehrer in Schwäbisch Hall hielt sein Leben lang die Schönheiten in seiner Umgebung fest: Johann Friedrich Reik (1836–1904). Der Maler des 19. Jahrhunderts beschäftigte sich in vielen Zeichnungen auch mit der Comburg.

Torhaus der Comburg, Zeichnung von Johann Friedrich Reik aus dem Jahre 1893, Zeichnung als Dauerleihgabe des Landesmuseums Stuttgart im Hällisch Fränkischen Museum; Foto: Landesmuseum Württemberg

Zeichnung des Torhauses von Johann Friedrich Reik.

Wer war Johann Friedrich Reik?

Johann Friedrich Reik wurde 1836 im schwäbischen Ebersbach geboren. Nach dem Lehrerseminar und ersten Jahren im Beruf wurde er 1861 Lehrer in Geislingen. An der örtlichen Zeichenschule lernte er zeichnen, wurde Assistent eines Bildhauers und bald schon selbst Zeichenlehrer in Kirchheim unter Teck. Nebenbei bildete er sich an der Kunstgewerbeschule in Stuttgart weiter. Ab 1871 unterrichtete Reik in Schwäbisch Hall. 1885 erhielt er den Professorentitel.

Kloster Großcomburg mit Steinbach, 1960; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Albrecht Brugger

Die Großcomburg und ihre Umgebung.

Was waren typische Motive des Malers Reik?

„Skizzen aus Schwäbisch Hall und seiner Umgebung“ betitelte er eine umfangreiche Mappe seiner Zeichnungen. Intensiv setzte sich der Künstler mit der alten Reichsstadt Schwäbisch Hall und ihrer Umgebung auseinander. Von 1874 bis 1902 entstanden mehr als 700 Arbeiten: Bleistiftzeichnungen, Mischtechniken und Aquarelle. Reik hielt alles fest, was er an Bauwerken in seiner Heimat sehens- und erhaltenswert fand.

Romanische Steinfigur an der Außenwand des Klosters Großcomburg; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Sven Grenzemann

Die Mauer machte Eindruck auf den Maler.

Was war für ihn die Comburg?

1874 begann Johann Friedrich Reik, sich mit den beiden Klöstern der Comburg zu beschäftigen. Vor allem die Großcomburg mit ihrer beeindruckenden Wehrmauer zeichnete er aus allen Himmelsrichtungen. Zeichnungen entstanden, auf denen die Gebäude der Gesamtanlage im Zentrum stehen und andere, auf denen sie im Hintergrund über den Häusern von Kleinsteinbach, der Kleincomburg und dem Kocher aufragen.

Die Comburg mit Klostersee, Aquarell von Johann Friedrich Reik aus dem Jahre 1887, Bild als Dauerleihgabe des Landesmuseums Stuttgart im Hällisch Fränkischen Museum; Foto: Landesmuseum Württemberg

Aquarell der Comburg von Johann Friedrich Reik.

Was ist das besondere an seinen Comburg-Bildern?

Sie sind präzise wie Fotos – und oft noch genauer. Er konzentrierte sich auf Details der Architektur und zeigte dabei oft auch Feinheiten, die so heute gar nicht mehr sichtbar sind. Erstaunlich: Das Interesse Reiks beschränkte sich auf Dinge in Stein. In keinem seiner Werke finden sich Hinweise auf die barocke Ausstattung der Stiftskirche oder, noch erstaunlicher, auf den romanischen Radleuchter und das romanische Antependium.

TIPP

Sie wollen mehr über Johann Friedrich Reik erfahren? Das Hällisch-Fränkische Museum in Schwäbisch Hall präsentiert Kunst und Kultur der Reichsstadt und ihrer Umgebung: Hier befindet sich der Nachlass von Johann Friedrich Reik.

Mehr erfahren

Persönlichkeiten
Wissenschaft & Technik

Bitte wählen Sie maximal 5 Schlagwörter aus.