„Himmlisches Jerusalem“ im Kochertal

Kloster Grosscomburg

Herrschaftliche Gebäude um den Kreuzgang

Die Klausur

Die Klausur ist das Herzstück eines jeden Klosters. Der Kreuzgang ist das Zentrum der Gebäude, die die Mönche für ihr abgeschlossenes Leben brauchen. Auf der Großcomburg allerdings ist beim Kreuzgang Einiges ungewöhnlich – und er wurde beim Kirchenneubau verändert.

Kreuzgang von Kloster Großcomburg; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Sven Grenzemann

Ungewöhnlich – der Kreuzgang am Westende.

Ein Kreuzgangflügel unter dem Turm

Was ist beim Kreuzgang der Großcomburg anders? Zum einen liegt er auf der „falschen Seite“: Üblich wäre die Südflanke der Kirche. Auf der Großcomburg war aber das Gelände so beschaffen, dass man den Kreuzgang ans Westende der Kirche anhängen musste. Auf den Längsseiten der Kirche wäre der Baugrund zu stark abgefallen. Ebenfalls ein seltener Fall: Einer der vier Flügel führte wie ein Tunnel unter dem romanischen Turm hindurch. Beim barocken Neubau der Kirche verschwand er – bis er im 20. Jahrhundert ausgegraben wurde.

Innenansicht des Vikarienbaus von Kloster Großcomburg mit Fenstersitzen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Einer der ältesten Teile des Klosters.

Zentrale Funktionen im grossen Vikarienbau

Aus dem Südflügel des Kreuzgangs gelangten die Mönche in den Vikarienbau – oder direkt aus dem Seitenschiff der Kirche. Der Bau enthielt zentrale Räume: Im Erdgeschoss lag der Kapitelsaal, der Ort der täglichen Versammlungen, im Obergeschoss das Dormitorium, der Schlafsaal. Daher gehört der Bau auch zu den ersten des Klosters: Das Holz der Decken wurde 1091 gefällt. Nach dem Ende des Klosters wurde der Kapitelsaal zur Kapelle. Kunstwerke aus der mittelalterlichen Klosterkirche sind heute hier zu sehen.

Außenansicht des Adelmannbaus von Kloster Großcomburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Einst wurde hier gekocht und gespeist.

Der Zugang zur Mönchsklausur im Adelmannbau

Dass der Adelmannbau auf der Nordseite des Kreuzgangs zu den frühen Bauten gehört, verraten unter anderem die romanischen Rundbogenfenster. Die Klosterpforte befand sich in diesem Gebäude, der Zugang zur Klausur. Außerdem enthielt der Bau wohl die Küche und das Refektorium, den Speisesaal der Mönche. Dazu passt der tiefe Keller, der in den steinernen Baugrund eingehauen ist. Später wurde hier vieles verändert: Beispielsweise ließ Erasmus Neustetter im 16. Jahrhundert einen neuen Kapitelsaal einbauen.

Kreuzgang von Kloster Großcomburg; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Sven Grenzemann

War überflüssig geworden.

Wieder aufgebaut: der Westflügel

Da am Ende des 15. Jahrhunderts das Benediktinerkloster zum Chorherrenstift wurde, änderten sich die Anforderungen an die Klostergebäude. Die Klausur, der streng abgeschlossene Bereich, in dem die Mönche gemeinsam lebten, war nicht mehr nötig. Die Chorherren lebten für sich in großzügigen Wohnungen. In den Westflügel des Kreuzgangs kam im 17. Jahrhundert eine große Bibliothek. 1830 wurde dieser Flügel abgerissen; seit 1964 schließt wieder ein Arkadengang diese Kreuzgangseite.

TIPP

Gar nicht weit von der Großcomburg gibt es einen ähnlichen Klosterplan: Im Benediktinerkloster Lorch hängt der Kreuzgang am Kirchenchor und ein Flügel führt unter der Kirche hindurch. Der Grund: Auch Lorch ist auf einem Hügelrücken erbaut.

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