„Himmlisches Jerusalem“ im Kochertal

Kloster Grosscomburg

Mehr als nur Mönchszellen

Mauern und Paläste

Die Klausur war immer das Herzstück des Klosters. Sie bot alle Räume, die die Mönche brauchten. Aber schon im Mittelalter entstanden weitere Bauten, etwa um vornehme Gäste zu beherbergen. In der Zeit der Chorherren kamen Gebäude hinzu, die den Wohlstand der Comburg deutlich zeigten.

Gebsattelbau mit einem Teil des Mauerrings von Kloster Großcomburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Erst im 16. Jahrhundert entstanden.

Fromme Mauern

Besonders eindrucksvoll ist die Ringmauer der Comburg. Das Kloster trägt seinen Namen nach der Burg der Stifterfamilie, die hier bis ins 11. Jahrhundert stand. Zum Namen Comburg passen die Rundtürme und die gut 500 Meter lange Ringmauer um den Klosterberg gut. Allerdings stammt die Anlage gar nicht aus der Zeit der Burg. Sie wurde im 16. Jahrhundert errichtet. Bauherr Erasmus Neustetter verband damit wohl eher eine theologische Idee: Er wollte das Chorherrenstift dem Bild des himmlischen Jerusalems annähern.

Außenansicht der Alten Abtei des Klosters Großcomburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Gäste durften das Klausurleben nicht stören.

Festsaal und repräsentative Wohnung

Das Gebäude der Alten Abtei, direkt am Adelmannbau, entstand bereits in der frühen Zeit des Klosters. Das zeigt die romanische Arkadenreihe im oberen Drittel der Wand. Der mächtige mittelalterliche Bau enthielt die Wohnung des Abtes und den Festsaal des Klosters. Bei aller Strenge des Klosterlebens: Die Äbte hatten weltliche Repräsentationsaufgaben, für die eigens Gebäude errichtet wurden. Außerdem musste es Unterkünfte für vornehme Klostergäste geben, die nicht das Klausurleben stören durften.

Außenansicht des Gebsattelbau des Klosters Großcomburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Die Gebäude tragen den Namen der letzten Bewohner.

Die Kurien: Chorherren wohnten bequem

Als das Kloster zum Chorherrenstift wurde, gab es keine Pflicht mehr, gemeinsam in der abgeschlossenen Klausur zu leben. Chorherren waren oft vermögende Adelige. Sie ließen sich entweder geräumige Wohnungen in die vorhandenen Klostergebäude einbauen oder Gebäude neu errichten, die sogenannten Kurien. Heute tragen die Gebäude meist den Namen des Chorherrn, der zuletzt dort wohnte, wie der Wamboldbau oder der Gebsattelbau: Dessen mächtiges Renaissance-Portal steht für einen Umbau im 16. Jahrhundert.

Außenansicht Neue Dekanei, Großcomburg; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Sven Grenzemann

Unvollendet, aber eindrucksvoll.

Neue Gebäude im 18. Jahrhundert

Dekan Wilhelm Urlich von Guttenberg errichtete im 18. Jahrhundert einen Palast, die Neue Dekanei. Sie blieb unvollendet. Um sie vollständig in barocker Symmetrie fertigzustellen, hätte noch die Alte Dekanei weichen müssen. Aber auch so ist sie eindrucksvoll. Im Inneren befindet sich unter andrem ein eleganter barocker Festsaal. Von den Wohngebäuden der Chorherren wurde nur ein einziges im 18. Jahrhundert ganz neu errichtet: der Reischachbau.

TIPP

Für den alten Burgweg von Steinbach hoch zur Comburg stifteten um 1720 Chorherren eine ganze Reihe von Heiligenfiguren, die sogenannte Bildersteige. Entdecken Sie die sehenswerten Zeugnisse barocker Frömmigkeit in der schönen Landschaft direkt am Fuß der Comburg.

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